
London Tag 3


„Sabine“ heißt hier Ciara, weht aber auch ganz ordentlich. Gerade wird gemeldet, dass ein Flugzeug der British Airways in weniger als 5 Std von New York nach London geflogen ist. Üblich sind wohl 6 Std. Ciara und der Jetstream machen es möglich. Ansonsten sind die Folgen weniger erfreulich: Überschwemmungen, regionale Stromausfälle, gesperrte Bahnhöfe etc. Ich wollte eigentlich per Bahn nach Camebridge fahren, aber als ich am Bahnhof Euston Station ankam, war der Zugang wg Überfüllung geschlossen. Victoria Station (Bild) sah auch nicht viel besser aus. Ausserdem hat es pausenlos geregnet. Ich bin dann wieder Richtung Hotel gefahren und habe mich hier in der Nähe in einen gemütlichen Pub gesetzt. Das IPA war lecker und im Fernsehen gab es Rugby.
Vom Hexenschuss gibt es leider wenig Neues: Gehen ist okay, nach dem Sitzen aufstehen oder anziehen ist große Schei….
Irgendwie ist der Wurm drin…
Ich habe mir einen Hexenschuss eingefangen. Besonderes Vergnügen heute morgen, die Socken und die Schuhe anzuziehen. Um schnell wieder fit zu werden und in der Hoffnung eine krampflösende Spritze zu bekommen bin ich in dann zum St.Mary Hospital in Paddington gegangen. Das liegt hier um die Ecke. Die Wunderspritze habe ich zwar nicht bekommen, sondern auf Grund der wenig überraschenden Diagnose Rückenschmerzen wg Verspannungen die Empfehlung erhalten, Paracetamol einzunehmen.
Dennoch meine Erfahrug mit dem NHS (National Health Service) ist durchaus positiv. Ärzte und Krankenhauspersonal waren kompetent, freundlich und schnell. Nach 1 Stunde war ich wieder aus dem Krankenhaus, war inzwischen auf 2 Stationen bei 2 Ärzten und das Ganze nach dem alten Fielmann-Motto …..“nicht einen Pfennig dazu bezahlt“. Aber.. Ich hatte mich im Krankenhaus verlaufen und bin dann durch verschiedene Abteilungen marschiert. Der bauliche Zustand grottig, Investionsstau aller Orten. Wer hier arbeitet muss schon eine gehörige Portion Idealismus mitbringen.
Um etwas gegen den Hexenschuss zu tun und weil das Wetter hier sehr schön ist, bin ich dann im Hyde Park und Kensington Gardens spazieren gegangen.Vermutlich wegen der Paracetamol-Fresserei ging das auch so leidlich. Diese Grünflächen so mitten in der Metropole sind immer wieder und zu jeder Jahreszeit faszinierend.
Nachher gibt es noch ein paar Tabletten, ein paar Bier und eine heiße Dusche. (alles per WhatsApp verschrieben von meiner Frau). Endlich mal eine vernünftige Verschreibung.
Jetzt geht es los. Heute mit der Bahn von Berlin nach London.Von dort nächsten Mittwoch etwas später als geplant wg des Coronavius
nach Ulan Bator. Bis dahin Touri-Programm in London. Schon etwas witzig: Ich will in den Fernen Osten und fahre den ganzen Tag nach Westen.
Völlig neues Bahngefühl: Der Zug ist pünktlich, in der richtigen Wagenreihung und auf dem planmäßigen Bahnsteig. Geht doch. Jetzt noch ohne Verspätung in Köln und Brüssel umsteigen und die Reise fängt entspannt an.
Die Bahn hat dann auch in weiteren Verlauf gut performt. Bin fast auf die Minute genau in London eingetroffen und auch unterwegs gab es keine Verspätungen. Sobald man Deutschland verlässt, wird es sogar richtig schnell. Der Eurostar brettert mit Tempo 300 durch die nordfranzösische Tiefebene. Und an Bord gibt es einen Snack am Tisch mit Wein und Kaffee sowie richtigem Besteck, wie zu besseren Zeiten im Flieger. Einchecken in Brüssel ist allerdings auch wie am Flughafen mit Sichherheits- und Passkontrolle, und wenn man die hinter sich hat wartet gleich die UK-Border Control und will ebenfalls die Pässe sehen. Der Zeitaufwand hält sich aber in Grenzen.
Langsam wird es ernst. Ende der Woche geht es los, wenn zunächst auch nur mit der Bahn nach London. Meine Herausforderung heißt kleines Gepäck. Dabei helfen hauptsächlich Rei in der Tube und regelmässige Waschtage unterwegs. Im ersten Anlauf sieht es sehr gut aus. Alles bequem in einem mittelgroßen Koffer untergebracht. Hoffentlich habe ich dabei nicht zu viel vergessen. Ich bin dankbar, dass meine Frau als chief consultant fungiert.
Da plant man schon mal so eine Reise und dann kommt so ein bloeder Virus dazwischen. Den Flug nach Bejing und den 2-Taegigen Aufenthalt dort haben wir storniert. Letzter Ausloeser war die Grenzschliessung zwischen China und der Mongolei. Stornierung und Flugpreiserstattung bei Air China war schnell, unbürokratisch und problemlos. Stattdessen starten wir jetzt 3 Tage später in London. Der Flug geht ueber Istanbul nach Ulan Bator und dann von dort wie geplant weiter über Irkutsk und Moskau nach St. Petersburg.
Heute mein russisches Visum erhalten. 1 Woche Bearbeitungszeit und null Problemo. Nochmals meine Luxus-Kaeltejacke anprobiert, der sibirische Winter kann kommen

Noch reichlich 2 Wochen, dann geht es los. Entlang der Transibirischen Eisenbahn ist es recht kalt: Ulan Bator tagsüber -16 und in Irkutsk sieht es auch nicht sehr viel anders aus. Deshalb am Wochenende bei Globetrotter in HH noch ein paar kaeltebestaendige Klamotten gekauft wie Jacke, Hose und Unterwaesche und ein kleines Vermoegen los geworden. Aber immerhin ein weiterer Punkt der von der To-do-Liste gestrichen werden kann. Heute steht noch Passabholung beim russischen Visazentrum an.